Welche Formen des Rechtsschutzes gibt es?

Eine Rechtsschutzversicherung gehört zu den Dingen, die man haben sollte, aber dennoch hoffentlich niemals braucht. Dabei bietet die Rechtsschutz-Branche zahlreiche individuelle Möglichkeiten der Absicherung.

Schadenersatz-Rechtsschutzversicherung


Die bekannteste Form ist sicher eine Absicherung gegen diverse Schadenersatzansprüche. Hierzu zählen beispielsweise der Rechtsschutz bei Unfällen (auch im Straßenverkehr) oder bei Schmerzensgeldansprüchen. Allerdings kann man sich auch separat gegen Streitigkeiten im Straßenverkehr versichern.

Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutzversicherung


Eine Rechtsschutzversicherung gegen Ordnungswidrigkeiten umfasst das berühmte Knöllchen ebenso wie Vergehen wie Missachtung der Anschnallpflicht oder das Überqueren einer roten Ampel. Diese Variante ist allerdings nicht mit dem Verwaltungs-Rechtsschutz in Verkehrssachen zu verwechseln, der speziell bei Fragen rund um die Fahrerlaubnis oder bei polizeilichen Auflagen greift.

Arbeits-Rechtsschutzversicherung


Vor allem für Arbeitnehmer ist sicher eine Arbeits-Rechtsschutzversicherung von Vorteil, die bei Problemen in Sachen Lohnzahlung, Urlaub, Kündigung oder Arbeitszeugnis weiterhilft. Wer dagegen eher Probleme mit seiner Krankenkasse, der Rentenstelle, der Sozialversicherung oder der ARGE hat, der sollte einen so genannten Sozialgerichts-Rechtsschutz in Betracht ziehen, um gegen derartige Streitfälle gewappnet zu sein.

Straf-Rechtsschutzversicherung


Ein besonders weites Feld der Versicherer ist der Bereich des Straf-Rechtsschutzes. Hierunter fallen sowohl diverse Verkehrsdelikte (wie z.B. Unfallflucht), aber auch Vergehen außerhalb des Straßenverkehrs (Beleidigung, Waffenbesitz). Eine Sonderform der Strafrechts-Versicherung ist der Spezial-Straf-Rechtsschutz. Er umfasst beispielsweise die Betreuung durch kompetente Fachanwälte oder unabhängige Gutachter. Das Gegenstück dazu ist der Opfer-Rechtsschutz, der die Opfer von Straftaten bei der Strafverfolgung des Täters unterstützen soll.


Weitere Rechtsschutzversicherungen


Andere Formen der Rechtsschutzversicherung richten sich mehr an Unternehmer und Hausbesitzer. So umfasst die Steuer-Rechtschutzversicherung Hilfe bei Ansprüchen gegen fehlerhafte Verwaltungsakte (z.B. Steuererklärung) und eine vorsorgliche Absicherung bei Grundstücks- und Wohnungsfragen lässt den Eigentümer bei Mietminderungen, Grenzstreitigkeiten oder falscher Wohnungsgröße ruhig schlafen.

 

Eine weitere Form des Rechtschutzes richtet sich an bestimmte Berufsgruppen, die an für ihren jeweiligen Beruf typische Vorschriften gebunden sind. Daher ist der Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz insbesondere für Soldaten, Ärzte oder Anwälte von Bedeutung.

Ausschließlich im privaten Bereich finden sich Unterhalts-Rechtsschutzversicherungen (Kindesunterhalt, Vaterschaftsklagen), der Ehe-Rechtsschutz (Scheidung) und der „klassische“ Beratungs-Rechtschutz, der sich auf die Gebiete Trennung, Erbschaft, Testament und Nachwuchs erstreckt.


Wer viele Geschäfte macht und dementsprechende Verträge abschließt, der ist mit einem Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht gut beraten. Für den Fall, dass Eigentum wieder eingefordert werden muss, kann diese Art der Absicherung ebenso weiterhelfen. Ganz gleich, ob der Junior nun sein neues Handy für 10,- € auf dem Schulhof verkauft hat oder ob die neue, aber schon defekte Waschmaschine innerhalb der Garantie auf Ihre Kosten repariert werden soll, der Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht steht dem Versicherungsnehmer zur Seite.